Ein Albtraum an der Hubertusallee

VfB verliert beim BSC drei Punkte und drei Spieler per Platzverweis

Acht Tore, davon vier per Elfmeter, Dramatik, wechselnde Führungen, ein Kartenfestival, unter anderem drei mal Rot: für neutrale Zuschauer des Spiels zwischen dem Berliner Sport Club und dem VfB Hermsdorf muss es ein äußerst unterhaltsamer Abend gewesen sein. Für die Hermsdorfer dagegen endete das Spiel, das erfreulich angefangen hatte, in einem Albtraum. Aber der Reihe nach.

In der ersten Halbzeit zeigten sich die Rot-Weißen von ihrer besten Seite. Flüssige Kombinationen, schneller Fußball, disziplinierte Taktik; vollkommen verdient hieß es nach einer halben Stunde Spielzeit 2:0 für die SchmidtSchützlinge. Zunächst hatte Stephan Trebess per Elfmeter (Florian Venz war gefoult worden) getroffen. Wenig später konnte Venz selber dann auf 2:0 erhöhen, nachdem er mustergültig von Niclas Warwel bedient worden war. Der VfB hatte Möglichkeiten, den Vorsprung noch vor der Pause weiter auszubauen, aber gute und beste Chancen wurden vergeben.

In zweiten Durchgang überschlugen sich die Ereignisse dann regelrecht. Die Gastgeber kamen zunächst nach einem Hermsdorfer Abwehrfehler zum Anschlusstreffer. Als Oliver Münchow per Kopfball kurze Zeit später den alten Abstand wieder herstellte, schienen die drei Punkte nach Hermsdorf zu gehen. Aber wieder konnte der BSC verkürzen, diesmal mit einem schönen Fernschuss, und als ein Spieler des Gastgebers im Strafraum zu Boden sank, entschied der Schiedsrichter auf Foulelfmeter. Dieser wurde verwandelt und es stand nun 3:3. Fühlte sich dies nach dem Spielverlauf bereits wie eine Niederlage für den VfB an, kam es in den letzten 10 Minuten noch viel schlimmer. Zunächst foulte Danny Teichfischer einen BSCer an der Srafraumgrenze, der Schiedsrichter pfiff Freistoß. Nun übernahm erstmalig der Linienrichter die Hauptrolle. Mit seinem Fähnchen winkte er den Schiedsrichter zu sich, nach kurzer Diskussion wurde das Foul in den Strafraum verlegt, also wieder Elfmeter, wieder Tor und damit 4:3. Zu allem Überfluss sah Jörn Feick auch noch GelbRot. Wieder zwei Minuten säpter, ein BSCer fällt im Hermsdorfer Strafraum, dritter Elfmeter für den BSC, 3:5. War es das? Nein, es ging immer weiter. Nach einem Hermsdorfer Eckball sank Ex-Profi Sven Meyer zu Boden, der Schiedsrichter hatte eine Tätlichkeit von Oliver Münchow gesehen und schickte ihn mit glatt Rot vom Platz. Um den Abend abzurunden, sprach er dann mit der allerletzten Aktion des Spiels auch gegen Florian Venz einen Platzverweis aus, nachdem dieser den Ball wegschoss und dabei einen BSC-Spieler traf. Wieder war es übrigens der eifrige Assistent an der Linie, der seinem “Chef” die rote Karte empfohl.

Verpasste Chancen in Halbzeit 1, verlorene Ordnung in Halbzeit 2, eine atemberaubende Schieds- und Linienrichterleistung zum Ende des Spiels: die Niederlage hatte viele Gründe. Noch bitterer wird sie durch die Tatsache, dass nun in den kommenden Spielen durch Sperren wichtige Akteure aus allen Mannschaftsteilen fehlen werden. Die nächsten Wochen werden nicht einfach, andererseits hat sich der VfB noch immer aus schwierigen Situationen befreien können.
 

Aufstellung: Schiemann; Breitschafter; Hampel, Feick; Springer, Rumöller (78. Pillon), Münchow, Trebess, Teichfischer; Venz, Warwel.


Lars Schepull