Hermsdorf gewinnt Rutschpartie in Gatow

„Erste“ schlägt Gatow mit 4:1

Es läuft die 35.Spielminute und ein langer Ball durch die Schnittstelle der Gatower Innenverteidigung erreicht VfB-Stürmer Niclas Warwel. Dieser läuft frei auf Gatow-Schlussmann Winheller zu, macht einen Haken und wird gelegt. Der vermeintliche Knackpunkt in einem bis dato ausgeglichenen Spiel, in dem die Hausherren auf dem heimischen, rutschigen Kunstrasengeläuf besser ins Spiel fanden. Schiedsrichter Richter verhängte den fälligen Strafstoß und verwies den Handschuhträger der Gastgeber den Regularien entsprechend des Feldes. Die Regelung bei Notbremse eines Torwarts wird gegenwärtig immernoch vielfältig diskutiert, dennoch waren die Sanktionen vollkommen korrekt dem aktuellen DFB-Regelbuch entsprechend. Da der Gatower-Ersatzkeeper das Team laut Vereinshomepage versetzte, schaute Gatow-Trainer Borkowski hilferingend auf seiner Auswechselbank auf und ab und schickte den eigentlichen Feldspieler Niroomand ins Tor. Beim fälligen Elfmeter versagten Stephan Trebess die Nerven und der Innenpfosten rettete die Gastgeber vor dem Hermsdorfer Führungstreffer. Die nun in Überzahl spielenden Hermsdorfer ließen sich trotzdem nicht aus der Ruhe bringen und erarbeiteten sich noch vor der Pause einige Hochkaräter. So brachten Niclas Warwel mit einem Doppelschlag (41., 45.) seine Farben noch vor der Pause auf die Siegerstraße, an der in Halbzeit zwei trotz Überzahl und eigentlicher Zwei-Tore-Führung noch kräftig gepresslufthammert werden sollte.
Denn erwartungsgemäß kam Gatow mit viel Wut im Bauch aus den warmen Kabinen und wurde dank eines Ausrutschers in der Hermsdorfer Defensive zum raschen Anschlusstreffer durch Fröhlich eingeladen (50.). Die Rot-Weißen waren jetzt sichtlich darum bemüht die aufkommende Nervösität abzulegen und Ruhe ins Spiel zu bringen, was nur spärlich gelang. So musste sich Peer Schiemann einmal ganz lang machen und zweimal seinem hinter ihm befindlichen Aluminium danken, dass der Ausgleichstreffer nicht fiel.
Spätestens diese letzte Schrecksekunde diente den Gästen als kleiner Wachmacher, die dank eines herrlichen Solos von Niclas Warwel auf dem rechten Flügel und einem entschlossenen Florian Venz den alten Zwei-Tore-Abstand wiederherstellten (73.). Nach Venz‘ 3:1 war der Wille der Hausherren gebrochen und die Partie plätscherte nun vor sich hin. Kevin Bornfleth staubte kurz vor Schluss noch einmal aus Nahdistanz zum 4:1 ab und nicht nur die durchgefrorenen Zuschauer waren froh, als der Schlusspfiff kurze Zeit später ertönte.

Somit gewann der VfB ein ganz wichtiges „Sechspunktespiel“,  das in der Höhe sicherlich nicht den eigentlichen Spielverlauf wiedergibt. Die Leistung der Rot-Weißen war ebenfalls nur durchschnittlich, aber in der derzeitigen Situation - im Berlin-Liga-Abstiegskampf – in der man sich befindet, sollte man froh sein diese drei Punkte mitgenommen zu haben.

Der VfB spielte mit: Kolodzeycik (15.Schiemann) - Hennings, Rumöller, Feick – Trebess, Gaede, Münchow, Zellner, Bornfleth – Warwel, Venz.

Am kommenden Sonntag geht es zum Hinrundenabschluss Zuhause gegen den SV Empor. Ab 14 Uhr freut sich unsere 1.Mannschaft über jede Unterstützung.

Kevin Bornfleth