Seit 2008 ist es dem VfB Hermsdorf im Berliner Pokal bei nicht weniger als fünf Gelegenheiten geglückt, höherklassige Mannschaften aus dem Wettbewerb zu werfen. Unerreicht dabei selbstverständlich der Sieg über den 1. FC Union in der Alten Försterei vor drei Jahren. Gestern nun musste die Mannschaft von Trainer Jörg Schmidt selber die bittere Medizin schlucken, als höherklassige Mannschaft Opfer einer Pokalüberraschung zu werden. Mit 0:1 unterlag der VfB dem Landesliga-Aufsteiger BSV 92 und schied damit bereits in der Runde der letzten 128 Mannschaften aus.
Die Wilmersdorfer hatten ihre ersten beiden Punktspiele verloren, der VfB dagegen vor einer Woche gegen Hürriyet Burgund mit 6:1 ein wahres Schützenfest gefeiert. Leider war von diesen Kräfteverhältnissen im ersten Durchgang nichts zu sehen. Die Partie plätscherte vor sich hin, man könnte auch sagen, dass die Hermsdorfer das Spiel verschliefen. Einen Höhepunkt hatten die ersten 45 Minuten dann aber doch, leider aber auf der falschen Seite: Ein wunderschöner Schuss des BSVers Ebert ließ Christopher Kolodzeycik im VfB-Tor keine Abwehrchance. Lediglich mit einem Kopfball von Oliver Münchow, der über das Tor ging, konnten die Hausherren ihrerseits so etwas wie Gefahr ausstrahlen.
Der zweite Durchgang stand dann ganz im Zeichen der Hermsdorfer Bemühungen, das Blatt noch zu wenden. Endlich zeigte man nun auch Engagement und Feuer. Aber die Minuten verrannen, die BSV-Abwehr stand tief und echte Torchancen blieben zunächst Mangelware. Nur Youngster Marc Zellner konnte sich fast über sein erstes Pflichtspieltor im Männerbereich freuen, aber sein Schuss aus halblinker Position klatschte an den Pfosten. Das Aluminium stand dann auch kurz vor Spielende Spielführer Münchow im Wege, dessen Ball über BSV-Torwart Kilian an die Latte sprang. In der letzten Viertelstunde spielte der VfB mit einem Mann mehr, nachdem Torschütze Ebert Gelb-Rot gesehen hatte. Die berühmt-berüchtigte Brechstange wurde nun ausgepackt, aber Geschick und Glück waren den Hermsdorfern an diesem Tag nicht hold. So jubelte am Ende der Underdog – eine Rolle, die man in Hermsdorf kennt, allerdings schon sehr lange nicht mehr als gestrauchelter Favorit.
Aufstellung: Kolodzeycik; Breitschafter; Feick, Hampel; Teichfischer, Springer (72. Gerth), Münchow, Trebeß, Zellner (64. Haustein); Venz, Yavas (60. Bornfleth).
Deutlich
erfolgreicher war die 2. Mannschaft. Mit einem
14:0-Erfolg über Kickers 1900 erreichte das Team die nächste
Runde. Der
Titelverteidiger wurde vom C-Ligisten zu keiner Phase gefordert.
L.S.