Die kleine Hertha ist eine Nummer zu groß

Der VfB unterliegt den Zehlendorfern mit 1:4

Die Tabelle sagt es zwar (noch) nicht aus, aber der FC Hetha 03 Zehlendorf gehört ganz sicher zu den stärksten Mannschaften der Berlinliga. Nach schwachem Saisonstart kam die kleine Hertha mit breiter Brust und 17:0 Toren aus den letzten drei Spielen an die Seebadstrasse. Beim VfB Hermsdorf fehlten weiterhin die gesperrten Oliver Münchow und Florian Venz sowie der an der Hand verletzte Torwart Peer Schiemann. Dennoch gingen die Hausherren couragiert in die Partie und konnten nach sieben Minuten sogar in Führung gehen. Ein Freistoß von Niclas Warwel wurde durch einen in der Mauer stehenden Zehlendorfer unhaltbar abgefälscht. Etwa eine halbe Stunde lang konnten die Rot-Weißen die spielstarken Gäste in Schach halten, dann kam der Ausgleich: Einen kurz ausgeführten Freistoß lenkte Hertha-Kapitän Demirbas am Hermsdorfer Keeper Christopher Kolodzeycik vorbei ins Tor. Mit einem 1:1 ging es in die Kabinen.

Würde der VfB dieses Remis halten oder sogar noch den ein oder anderen erfolgreichen Konter fahren können? Bereits zwei Minuten nach dem Seitenwechsel musste zumindest Teil 1 der Frage verneint werden. Der starke Gästestuermer Makangu setzte sich im Strafraum durch und konnte aus Nahdistanz die Führung für seine Mannschaft erzielen. Nur kurze Zeit später das 1:3 durch den gleich Spieler, der aus abseitsverdächtiger Position per Kopf traf. In der 72. Minute hatte dann Warwel nochmals den Anschlusstreffer auf dem Fuß, aber sein Schuß aus halbrechter Position verfehlte das gegnerische Tor knapp. Fast im Anschluss die endgültige Entscheidung für den Favoriten. Eine Flanke versuchte Libero Fabricio Hennings per Kopf zu klären, der Ball senkte sich stattdessen aber über Kolodzeycik hinweg in das gegnerische Netz. Im Mittelpunkt stand bei einer Szene in der zweiten Hälfte Schiedsrichterin Tumac. Nach eim Foul von Jörn Feick deutlich außerhalb des Strafraums zeigte sie zunächst auf den Elfmeterpunkt. Nach Protesten der Hermsdorfer Spieler und des Eingriffens ihres Lininrichters nahm die Unparteiische ihre Entscheidung zurück und verlegte den Tatort an die richtige Stelle, gab also Frei- statt Strafstoß. Respekt der jungen Schiedsrichterin für die Korrektur einer Fehlentscheidung.

Beim VfB heißt es nun, dieses Spiel abzuhaken. Gegen an diesem Tag sehr starke Zehlendorfer fiel der Sieg womöglich um ein Tor zu hoch aus, an der Berechtigung des Gästesieges gab es jedoch nichts zu deuteln. Am kommenden Sonntag mißt man sich im Mommsenstadion dann wieder mit einem Gegner auf Augenhöhe: Gegen Tennis Borussia wären drei Punkte mehr als willkommen, um nicht noch tiefer in den Abstiegskampf verstrickt zu werden.

Aufstellung: Kolodzeycik; Hennings; Hampel (84. Zellner), Breitschafter; Springer, Teichfischer, Feick (77. Trebeß), Rumoeller (81. Gaede); Bornfleth, Warwel.

Einen ganz bitteren Sonntag erlebte die 2. Mannschaft in ihrm Bezirksliga-Spiel gegen den FC Nordost. Nach torlosen ersten 45 Minuten spielte die junge Mannschaft groß auf und lag eine Viertelstunde vor Schluss mit 3:0 in Führung. In einer unfaßbaren Schlussphase konnten die Marzahner das Resultat aber noch drehen und nahmen mit einem 4:3-Sieg alle drei Punkte mit in die Platte.

L.S