Last-Minute-Sieg gegen Rudow

Die 1. Mannschaft gewinnt mit 1:0 – 2. Mannschaft unterliegt Westend mit 0:4

In einem Spiel, das weniger von der Klasse als der Dramatik lebte, hat sich der VfB Hermsdorf mit einem 1:0 gegen den TSV Rudow von den Abstiegsrängen der Berlin-Liga entfernt. Die Vorzeichen gegen den Tabellennachbarn waren dabei nicht optimal, musste Trainer Jörg Schmidt doch auf Milan Elbe (verletzt), Oliver Münchow (gesperrt), Jörn Feick (beruflich verhindert) und Martin Haustein (verreist) verzichten. Dennoch präsentierten sich die Rot-Weißen im ersten Durchgang nach anfänglichen Schwierigkeiten als gefährlichere Mannschaft. So rutsche Florian Venz nach 20 Minuten nur knapp an einer Flanke vorbei. Die größte Chance dann nach einer knappen halben Stunde Spielzeit: Nach einer Ecke köpfte Tobias Breitschafter auf das Rudower Tor, TSV-Keeper Ottho parierte brillant und Marc Zellner konnte den Nachschuss nicht verwandeln. So ging es torlos in die Kabinen.

In der zweiten Halbzeit entwickelte sich ein Spiel, in dem sich beide Mannschaften weitestgehend egalisierten. Die Gäste hatten jetzt zwar mehr vom Spiel, ohne sich allerdings klare Torchancen erarbeiten zu können. In der 73. Minute dann eine Schrecksekunde für den VfB: Nach einem Foul auf Höhe der Mittellinie sah Venz vom Schiedsrichter die rote Karte. Eine sehr harte, wenn auch vertretbare Entscheidung. In Überzahl sah Rudow jetzt seine Chance auf einen Auswärtssieg, aber die VfB-Defensive um Fabricio Hennings mit den beiden sehr starken Manndeckern Tobias Breitschafter und Tobias Hampel stand gut. Und wenn doch einmal ein Ball auf das Hermsdorfer Tor kam, hielt Peer Schiemann bravourös. So hätte man aus VfB-Sicht wohl ein 0:0 unter diesen Umständen gerne angenommen, aber es kam noch besser. In der 90. Minute startete Niclas Warwel einen Konter, spielte Danny Teichfischer frei und dieser legte auf Jan-Ole Springer zurück. Der Hermsdorfer Mittelfeldspieler erzielte von der Strafraumgrenze seinen ersten Saisontreffer und sorgte für großen Jubel beim rot-weißen Anhang. Fünf Minuten Nachspielzeit wurden vom Schiedsrichter verordnet, aber auch diese überstand der VfB mit viel Leidenschaft und Kampf.

Aufstellung: Schiemann; Hennings; Breitschafter, Hampel; Zellner (81. Pillon), Springer, Teichfischer, Rumöller (89. Gaede), Trebeß; Warwel, Venz.

Eine empfindliche 0:4-Niederlage musste die 2. Mannschaft gegen den SC Westend 01 hinnehmen. Die Gäste zeigten sich cleverer als die jungen Hermsdorfer und profitierten von VfB-Abwehrschwächen. Ein Rückschlag für die Mannschaft von Sascha Flemming, von der man sich jedoch nicht aus der Bahn werfen lassen sollte. Es gibt eben einfach schlechte Tage.

L.S.